Ulfen im Zeitraffer

                                           von  Eduard Michael

1.– 2. Jahrh. n. Christi – Besiedlung durch die germanischen Hermanduren

400 nach Christi – Toringi werden in einer römischen Urkunde erwähnt

451 / 453      Die Grenze der Thüringer im Westen war das Gebiet um die Werra

510               Hermanifried von Thüringen heiratet die Nichte  des Ostgotenkönig

                     Theoderich. Sie brachte das arianische Christentum in das

                     Thüringische Königshaus.

6.-7. Jahrh.  Christianisierung durch fränkische Missionare.

719              Bonifatius kommt erstmals nach Thüringen.

724/725      Missionstätigkeit durch Bischof Bonifatius in unserem Gebiet.

                   ob er vom Kloster Hersfeld durch den „Hersfelder Grund nach

                   Ulfen _ Renda kam ist nicht bewiesen.

775               Ersterwähnung von „Olfenaha“ im „Lulli Brivarium“, dem

                    Besitzverzeichnis des Klosters Hersfeld mit 18 Mansen (Höfe)

                    und 8 Hufen dazu gehöriges Land.

768 – 814   Karl der Große ist deutscher Kaiser, Ansiedlung fränkischer

                   Kolonisten in Thüringen.

843            Anschluß von Thüringen an das ostfränkische Königreich.

1067         Baubeginn der Wartburg durch Ludwig den Springer, Kontrollpunkt 

                 der „Hohen Straße“ zwischen Erfurt und Frankfurt.

1100         Durch Heirat der Witwe und der Tochter des Grafen Giso von Hessen

                 und der Söhne des Grafen Heinrich 5. von Weimar, fielen große

                Gebiete von Hessen an Thüringen.

1123/28   Die Kirche von Ulfen gehört zum Diakonat Dorla.

1150        Die Herren von Henneberg stehen im Dienst der Abtei Fulda.

Um 1200  Auf dem Ottilienberg wird eine Kapelle errichtet.

                 In Ulfen gibt es eine Lateinschule

1232         Sontra wird als „ Suntraha“ erstmals urkundlich erwähnt.

1247        Beginn der selbstständigen Grafschaft Hessen.

1252/58   Beurkundungen des „Ritter Bruno von „Olfna“ im Kloster Cornberg.

1247/64    Thüringisch _ hessischer Erbfolgekrieg – Besitzansprüche durch

                 Sophie von Brabant, Tochter der heiligen Elisabeth, Landgräfin von

                 Hessen und Thüringen an Thüringen.

1259        Sophie versucht erneut in Thüringen Fuß zu fassen und läßt die

                 Kreuzburg und Eisenach, außer der Wartburg,zerstören.

1264         Friedensschluß zwischen Hessen und Thüringen, Thüringen läßt

                Raubritterburgen im Grenzgebiet schleifen.

1292        Hessen wird Reichsfürstentum.

1300        Hermannus von Boyneburg  ist Plebanus in Olfna.

1302        Henrich von Olfna ist Viceplebanus.

1350        Die von Henneberg verlagern ihren Machtschwerpunkt an die

                obere Werra und Thüringen.

1330         Verkaufen die Grafen von Frankenstein ihren Gerichtsstuhl und

                 Besitz in Ulfen an die Herren von Henneberg. Das Gericht Ulfen         

                 reicht damals bis an die Gerichtsgrenze von Vacha, da das Gebiet im

                 Seulingswald nur dünn besiedelt war.

1363        Wird der Wehrturm an der Kirche von Ulfen fertiggestellt – erbaut

                 aus den Steinen der zerstörten Burg auf dem Burgberg.

                 Der Altar in der Kirche wird neu gesetzt.

1363         Wölfterode wird erstmals urkundlich erwähnt.

1370         Die Herren von Butlar Brandenfels treten ihre Rechte und

                Besitzungen in Ulfen an den hessischen Landgrafen

                ab.(Rittershausen)

Um 1400  Die Herren von Baumbach, Nentershausen haben das gesamte Gebiet

                westlich der Ulfe in Ihrem Besitz.

1432       Besteht das Gericht Ulfen aus den Orten, Ulfen, Erdmannshain,

               Breitau, Lindenau, Krauthausen, Weisenborn, Holzhausen teilweise.

1432       Amtmann Otto von Mulenburg schreibt über die Gerichtsgrenzen von

              Ulfen, daß Helmerich von Boyneburg ein Vorwerk, Reynhard von

              Boimbach ein Vorwerk, Henrich von Welden ein Vorwerk, Wenher

              von Butelar ein Vorwerk, Appel Appe ein Vorwerk in Ulfen haben.

              Auch die von Phauwien haben ein Gut, das wollen sie frei haben, auch

              haben die von Kolmetsch einen Seß den sie auch frei haben wollen.

1460     Hat Ulfen 40 zinsbare Häuser.

1525     Vergibt der Landgraf die Marktrechte für den Zollmarkt von Ulfen

              nach Sontra, Ulfen bekommt dafür die Kirchmesse, (Kirmes)

1525      Bauernkrieg in Thüringen – Schlacht von Frankenhausen

1526      Landgraf Philipp von Hessen führt die Reformation in Hessen ein.

1556      in Ulfen wird erstmals eine Winter – Knabenschule erwähnt.

1583     Wird die Zollstelle von Ulfen nach Datterode verlegt.

1618     Beginn des dreißig jährigen Krieges.

1634     wird Ulfen von den Kroaten zerstört, 16 Häuser bleiben wohnbar.

1639     Wohnten in Ulfen noch 24 Paar Eheleute, 10 Wittwen,18 Pferde

             20 Kühe, kein Schaf, kein Schwein.

1648     Ende des 30 jährigen Krieges – Westfälischer Frieden.

1650     Wird das Pfarrhaus in Ulfen neu errichtet.

1675      Hat Ulfen wieder 380 Einwohner.

1694     Wird die Schule unterhalb der Kirche gebaut.

1698     Verkaufen die von Baumbach ihr Vorwerk in Ulfen an den

              Hessischen Landgrafen. Der Hof ist nun Staatsdomäne.

1700      Ulfen hat wieder 425 Einwohner.

1702/12  Am spanischen Erbfolgekrieg nahmen mehrere junge Männer aus

               Ulfen teil

1724      Gibt es in Ulfen 50 Leineweber, 25 Bauern,10 Schneider,

               8 Zimmerleute, 7 Schmiede, 6 Schäfer, 6 Ziegler, 5 Tagelöhner,

              4 Töpfer, 4 Schreiner, 3 Müller, 6 Böttner,  3 Wagner, 2 Metzger,

              1 Gänsehirt, 1 Schweinehirt uns 1 Kuhhirten.

1745     Wird Johann Georg Pforr, der spätere Pferdemaler auf der Staats-

              Domäne in Ulfen geboren.

1756/ 63  7 Jähriger Krieg – Durchzug und Verpflegung von dänischen

               und französischen Truppen durch Ulfen.

1765      Gab es in Ulfen 129 Wohnhäuser, 25 Brandstätten, 1 Pfarrhaus,

               1 Schulhaus sowie 1 Brauhaus. Es gibt 549 Einwohner, 27 Brunnen.

1775/83  Unabhängigkeitskrieg in Nordamerika – 21 Soldaten aus Ulfen

      nehmen als „ verkaufte Hessen“ daran teil.

1790      Hat die Herrschaft von Baumbach zu Nentershausen einen mit dem

              hiesigen Gute verbundenen Freystand in der Kirche. 1793 hat der

              geheime Rath und Vice-Präsident von Baumbach zu Cassel einen

             Gitterstand in der Kirche.

1793      Hat die Frau geheime Rätin von Baumbach, geb. Zerbst, auf dem

             Erdmannshain einen Freistand in der Kirche.

1627/1834  gehört Ulfen zur „Rotenburger Quart

1807   gehört Ulfen zum „Königreich Westphalen“ unter König Jerome in Cassel

1814   Befreiungskrieg gegen Napoleon, 19 Ulfer Soldaten nehmen daran teil.

1821   Der Landkreis Rotenburg wird gebildet, zu dem auch Ulfen gehört.

1832   werden die Bauern von allen Frondiensten und Fruchtzinsen befreit.

1837   Die Planung der Eisenbahntrasse Eisenach – Kassel durch den Ringgau -

           Ulfen – Hoheneiche wird wegen der hohen Kosten beim Tunnelbau durch

           die Hohliede verworfen. Neue Trasse von Kassel – Bebra – Eisenach.

1843    In der Nacht vom 8. Auf 9. Februar brach in der Scheuer von Georg

            Baumgardt in der Baumecke ein Feuer aus und brannte um die Ecke

            noch den ganzen Rimbach hinauf. Dabei sind 14 Wohnhäuser samt

            Scheunen und Stallungen abgebrannt.

1856    Ulfen zählt jetzt 845 Einwohner, da nicht Alle mehr Arbeit finden,

            wandern in den folgenden Jahren einige Familien nach Amerika aus.

1863    Erdeinbruch auf dem Burgberg (Burgbergsloch).

1867    Gründung des Regierungsbezirks Kassel.

1868    Wird aus der Pflichtfeuerwehr eine freiwillige Feuerwehr gegründet.

1869    Bekommt die Feuerwehr eine neue Handdruckpumpe.

1870     Wird der Männergesangverein gegründet.

1870/71  Am Krieg gegen Frankreich nehmen 36 Soldaten aus Ulfen teil,

             4 von ihnen sind gefallen.

1871     Gründung des deutschen Reiches.

1881     Die Eigentums – und Nutzungsrechte am Interessentenwald und am

              Gemeindewald werden durch Gesetz geregelt.

1894      In Ulfen wird eine Dreschgenossenschaft gegründet und eine Dresch –

             Maschine gekauft.

1896    Die Schule in Ulfen hat 1 Lehrer, der täglich 132 Kinder in zwei

            getrennten Abteilungen unterrichtet. Die Größe der Schulstube ist

            24 Fuß lang, 20 Fuß breit und 10 Fuß hoch.

1898    Im Attich wird eine neue Schule gebaut.

1899    Die Schule in Ulfen erhält einen 2. Lehrer.

1911    Gründung eines Spar- und Darlehenvereins. (Raiffeisen)

1912    Bau einer Wasserleitung aus dem Giesenhain für das Dorf.

1912    Der Turnverein Ulfen baut auf dem Weißtrasen eine Turnhalle.

1914    Ausbruch des 1. Weltkrieges, 129 Soldaten aus Ulfen nehmen daran teil.

1918    Ende des 1. Weltkrieges, 23 Soldaten sind gefallen.

1926     In Ulfen wird ein gemischter Chor gegründet.

1928    Gastwirt und Mertzgermeister Stauffenberg gründet die Postlinie von

            Hoheneiche über Ulfen nach Gerstungen.

1930    Die Gemeinde Ulfen hat eine Gemarkungsfläche von 1625 Hektar.

1933    Machtergreifung durch Adolf Hitler.

1939    Ausbruch des 2. Weltkrieges.

1940   Einführung von Lebensmittelkarten in Deutschland.

1944   Pfarrer Hilmes wird verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht.

1944   Luftkämpfe über der Gemarkung Ulfen, mit Absturz von 7 Flugzeugen,

           davon 2 deutsche Jäger.

April 1945   Einmarsch von amerikanischen Truppen in Ulfen.

8. Mai 1945  Der Krieg ist zu Ende, 45 Ulfer Soldaten sind gefallen,

           20 werden als vermißt gemeldet.

1944 – 47  Umsiedler aus dem Saarland, Ausgebombte aus Kassel, Flüchtlinge

            aus dem Osten, Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, Bessarabien,

           Siebenbürgen, Serbien und Schlesien werden in Ulfen eingegliedert.

           Außerdem bleiben einige junge Soldaten in Ulfen, welche nicht in die

           Ostzone zu den Russen in ihre Heimat zurückkehren wollen.

1946    Deutschland wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt.

1947   Die Einwohnerzahl von Ulfen steigt auf bis zu 1000 Personen an.

1949    Der Männergesangverein beginnt wieder mit Gesangstunden.

1949    Die Gemeinde Ulfen baut ein Arzthaus in der Stiegel, Dr. Morschewsky

            übernimmt die Arztpraxis, Apotheker Hotzel eröffnet eine Apotheke,

           Zahnarzt Dyba praktiziert im Nebenzimmer der Gastwirtschaft

           Stauffenberg, im Winkel wohnt der Tierarzt Dr. ………..

           In der Baumhecke hat der Fotograf Eisel sein Atelier.

           In Ulfen sind 3 Gasthäuser, Stauffenberg, Geier und Schneider.

          3 Kaufläden für Lebensmittel, Liese, Schneider und Geier.

          1 Metzgerei, Stauffenberg, 1 Bäckerei, Buchenau. Außerdem gibt es

          1 Schmiede, 4 Schreiner, 1 Stellmacher, 5 Schuhmacher, 1 Schneider,

          1 Sägewerk mit Zimmerei, 1 Baugeschäft und in der Blinden Mühle

          wird noch gemahlen und Holz geschnitten.

1950   Werden 2 neue Glocken gekauft, die Alten wurden im Krieg

           eingeschmolzen.

1950   Im Saal der Gastwirtschaft Schneider wird eine katholische Kirche

           eingerichtet, der katholische Pfarrer Sapletal wohnt im Winkel.

1952   kauft Simon Löffler das Forstgut Erdmannshain und baut am Siffenborn

           ein neues Försterhaus.

1954   wird im Attich die neue Schule gebaut.

1954   Die Feuerwehr bekommt eine neue Tragkraft – Feuerspritze.

1956    Die Ortslage von Ulfen wird kanalisiert und das Trinkwassernetz

           erneuert. Die Hauptstraße wird ausgebaut und geteert.

1959  In der alten Schule im Attich wird eine „Jugendstube“ eingerichtet.

1959   Der ehemalige Schulsaal  wird für Vereine und Feiern zur Verfügung

            gestellt.

1961   In Ulfen werden Wasseruhren eingebaut.

1961   Der Frauenchor wird gegründet.

1961   Am 20. September gibt es in Ulfen 490 Personen über 14 Jahre,

           177 Personen unter 14 Jahre, 462 Stück Großvieh über 1 Jahr, 163 Stück

           Großvieh unter 1 Jahr, 575 Schweine über 8 Wochen, 36 Ziegen,

           30 Schafe, 12 Spülklosets, 39 PKW, 3 LKW, 41 Motorräder, 48 Moped,

           42 Schlepper.

1961   In Ulfen wird eine Flurbereinigungsmaßnahme durchgeführt.

           Die Reste der alten Friedhofsmauer werden beseitigt.

1962   In Ulfen werden erstmals nach dem Krieg Bauplätze für Neubauten

           am Pfaffenrain, an der Breitauer Straße, im Kreuzchen und am Lieborn

           ausgewiesen.

1962   Über den „Alte Weißt“ werden Brücken gebaut.

1962   Freilaufende Hühner und Gänse müssen wegen zunehmenden Verkehr

            Eingesperrt werden.

1962    Ministerpräsident Georg August Zinn ist in Ulfen zu Gast.

1963    Die Blinde Mühle wird wegen Straßenneubau abgerissen.

1964   Die Friedhofshalle wird gebaut.

1964   Die Raiffeisenbank Ulfen baut an der Industriestraße ein neues

           Lager und Kassengebäude. Im Keller hält die Gefriergemeinschaft

           Einzug.

1964   Die Freiwillige Feuerwehr erhält eine neue Tragkraftspritze und

            200 Meter Schlauchmaterial.

1964   Für den Bau einer Umgehungsstraße werden die Meierei und der Hof

           Görk am Brauwasser abgerissen.

1965   Das 9. Schuljahr wird in Hessen eingeführt, die Schüler der 9. Klasse

           werden mit Bussen nach Sontra gefahren. Die Einrichtung einer

           Mittelpunktschule in Ulfen ist abgelehnt worden.

1966   Zum Abschluß der Flurbereinigungsmaßnahme findet in Ulfen

           ein großes Fest mit Landwirtschaftsminister Hacker statt.

1968   Die Schüler der 5. – 8. Klassen werden in Zukunft auch in Sontra

           unterrichtet. Ulfen wird Unterstufen – Mittelpunktschule.

1968   Von der Blinden Mühle nach Nentershausen wird eine neue Straße

           gebaut.

1969   Die Feuerwehr erhält zum 100 Jährigen ein neues Feuerwehrauto.

1969   Die Einwohnerzahl ist auf 717 Personen angewachsen.

1969   Die Familie Ganske, Gut Hohenhaus hat den Hof Hasengarten gekauft

           und die Gebäude später abgerissen.

1970   In Hessen wird eine Gebietsreform durchgeführt. Bemühungen zur

           Bildung einer Großgemeinde Ulfetal scheitern und Ulfen schließt sich

           der Großgemeinde Sontra an. Die Bürgermeister werden nun zu

           Ortsvorstehern, die Gemeindevertreter werden zu Ortsbeiräten.

1970   Die Landkreise werden zusammengelegt und so kommt Ulfen mit der

           Stadt Sontra zum neuen „ Werra – Meißner Kreis“

 

                     Damit endet die Selbstverwaltung der Gemeinde Ulfen.