Amerik. Unabhängigkeitskrieg.

Heute wollen wir wieder einmal ein neues Kapitel aus der Geschichte von Ulfen und seiner Bewohner aufschlagen und gehen zurück in die Zeit um 1770.

Der siebenjährige Krieg von 1756 – 1763 ist zwar längst vorüber, doch die am Krieg beteiligten Länder und ihre Bewohner haben immer noch schwer an den Kriegsfolgen zu leiden. Zuallererst betrifft dies die ärmre Bevölkerung auf dem Lande. Die Oberschicht in den Residenzstädten lässt es sich schon wieder gut gehen. Auch hier in Ulfen herrscht teilweise arge Not, weil viele Witwen, alte Leute und Kinder manchmal nicht wissen wo sie das Brot für den nächsten Tag hernehmen sollen. Die jüngeren Männer wurden zum Wehrdienst eingezogen und müssen drei Jahre lang dem Vaterland dienen.. Allerdings wurden nur die aus ärmeren Familien eingezogen, Söhne von Wohlhabenden, Bauern und Adligen wurden nicht zum Wehrdienst eingezogen. Aus Ulfen leisteten  im Jahr 1776  einundzwanzig junge Männer ihre Wehrpflicht ab. Es waren dies:

Franke Georg,        er diente als Grenadier beim Regiment Erbprinz         in Eschwege.

Baumgart Johannes“      „      „         „            „           „               „                  „         „

Gerlach Hermann   „       „      „         „            „           „               „                 „         „

Iffert Johannes       „       „      „         „            „           „               „                 „         „

Siebert Johannes     „       „      „         „            „           „               „                 „         „

Setzkorn Georg       „       „      „         „            „           „               „                 „         „

Werkmeister Johannes    „      „         „            „           „               „                 „          „

Baumgart Jakob     „       „      „         „            „           „               „                 „          „

Krause Adam         „        „      „         „            „           „               „                 „          „

Baumgart Georg     „        „      „         „            „          „         BUE                „         ?

Jakob Christian      „        „       „         „           „           „  v. Minnigerode       „         ?

Roth Balthasar       „        „       „         „           „          „   v. Linsingen           !         ?

Bodenstein Cyriakus        „       „         „           „           „   v. Lo0eggen           „         ?

Göbel Johannes       „        „       „         „           „           „   v. Donop               „   Ziegenhain

Hahn Heinrich        „        „       „         „           „           „   „       „                     „         „

Ackermann Valentin        „        „        „           „            „           LFG               „        ?

Frank Georg            „        „        „        „           „            „            BUE             „        ?

Frank Peter             „        „        „        „            „            „               „                 „        ?

Manns Adam           „        „        „        „            „           „               „                  „        ?

Siebert Johannes      „         „        „       „            „           „               „                   „       ?

Auch der englische König Georg der Zweite war in argen Geldnöten, er schuldete unter anderen auch dem Landgrafen von Hessen noch größere Summen, welcher ihm im 7 jährigen Krieg mit Truppen unterstützt hatte. Um diese Gelder anzuschaffen wurden die Abgaben und Steuern in den englischen Kolonien stark angehoben. Die Kolonisten in den amerikanischen Kolonien  wehrten sich dagegen und forderten im Gegenzug mehr Handelsfreiheit Mitspracherecht und Selbstständigkeit von England, die Selbstständigkeit aber wurde zu diesem Zeitpunkt nicht angestrebt. Das englische Parlament lehnte die Forderungen der Kolonisten ab und schickte stattdessen Truppen nach Amerika. Daraufhin organisierte sich unter Samuel Adams und Thomas Jefferson die erste Unabhängigkeitsbewegung. Nach der Verabschiedung neuer Gesetze  zur Unterdrückung der Freiheitsbewegung durch die englische Krone wurde im September 1774 in Philadelphia der erste Kontinental – Kongreß durch die amerikanischen Kolonisten einberufen. Alle anwesenden Vertreter der 13 Kolonien Connectient, Deleware, Georgia,, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina und Virginia verweigerten den Handel mit England. Daraufhin verabschiedete  das englische Parlament eine Verfügung zur Bestrafung der aufrührerischen Provinzen. Am 19. April 1775 fand das erste Scharmützel zwischen einer amerikanischen Miliz und britischen Truppen statt, der Unabhängigkeitskrieg hatte begonnen. Am 4. Juli1776 erklärten die aufständischen 13 Staaten ihre Unabhängigkeit von England. Die Lage der 3 Millionen Siedler in den 13 Staaten war eigentlich aussichtslos, denn es war weder Geld noch Kriegsmaterial in ausreichendem Umfang vorhanden. Lediglich 15000 Mann an Miliztruppen aus 4 Bundesstaaten ohne jede Kriegserfahrung unter dem Oberbefehl von George Washington, einem Großgrundbesitzer aus Virginia, waren vorhanden. Auf englischer Seite aber stand eine Armee von ca. 30000 gut ausgebildeten Soldaten, mehreren englandtreuen Indianerstämmen und englischen Siedlern bereit. Der größte Teil dieser Streitmacht waren Soldaten aus Deutschland, vor allem aus Hessen – Kassel, unter ihnen auch die 21 Wehrpflichtigen aus Ulfen.

In Kassel herrschte seit 1760 Landgraf Friedrich der Zweite, der seine Residenz und das Höfische Leben ganz nach französischem Vorbild ausstattete. Das alles kostete viel Geld, dazu kam noch der Unterhalt einer 16.000 Mann starken Armee. Hier traf das bekannte Wort von Kammerdirektor Bopp zu, dass sich nicht der Staat eine Armee, sondern die Armee einen Staat leiste. Bopp errechnete, dass in Preußen 1 Soldat auf 16 Haushaltungen komme, in Hessen jedoch 1 Soldat auf 4 Haushaltungen. Da kam dem hessischen Landgrafen die Bitte der englischen Krone, hessische Truppen  in englischem Sold nach Amerika zu schicken, gerade recht. Die Finanzschwierigkeiten des hessischen Landgrafen wurden damit mit einem Schlag für längere Zeit  beseitigt. Die Vermietung von Truppen an andere Mächte war im 17. und besonders im 18. Jahrhundert ein durchweg anerkanntes Mittel der Politik, die Heereskosten so gering als möglich zu halten. Ende 1775 reiste deshalb der englische Oberst Fawcett nach Deutschland um von verschiedenen Fürsten  Truppen gegen Zahlung englischer Supsidien in Dienst zu nehmen. Fawcett verhandelte auch mit dem Vertrauten des hessischen Landgrafen, Generalleutnant von Schlieffen und ein Vertrag wurde abgeschlossen. Darin verpflichtete sich der hessische Landgraf, der englischen Krone  12.000 Mann, dreiviertel des stehenden Heeres, auf unbestimmte Zeit zur Kriegsführung in Amerika zur Verfügung zu stellen. England erkannte als Gegenleistung noch außen stehende Forderungen Hessen Kassels aus Supsidien des 7 jährigen Krieges an. Ferner versprach England für jeden der Soldaten ein pauschales Werbegeld von 30 Reichstalern zu leisten, dazu kamen noch laufende Zahlungen in Höhe  von 450.000 Talern, zu zahlen an die hessische Kriegskasse. Desgleichen sollte die Löhnung der Soldaten nach englischem Tarif festgesetzt und ebenfalls pauschal an die hessische Kriegskasse überwiesen werden. Die Gefechtsgliederung der 12.000 Mann bestand aus 4 Grenadierbataillonen zu je 4 Kompanien, 15 Infanteriebataillone zu je 5 Kompanien, 2 Jägerkompanien zu Fuß und die Führung des Korps. Dieses wurde in Amerika durch 2 weitere Jägerkompanien zu Fuß, 1 Jägerkompanie beritten und 1 Feldartilleriekompanie verstärkt. Die 4 hessischen Grenadierbataillone wurden auf englischen Wunsch aus den Flügel und Grenadierkompanien der Garde- , Linien-, und Garnisonsregimenter neu formiert. Die meisten Ulfer Soldaten dienten im Regiment Erbprinz Friedrich Wilhelm, welches in Eschwege stationiert war. Durch die Neuformierung ist es schwer zu sagen in welchen Regimentern die Ulfer Soldaten eingesetzt waren, da die Regimenter nun nach ihren Generälen, zum Beispiel von Linsingen, Von Donop, von Dietfort, usw. benannt wurden. Die Befehlsverhältnisse sahen vor, dass England die freie Befehlsgewalt über die hessischen Truppen ausüben konnte. Die hessischen Offiziere bekamen ihre Anweisungen vom englischen Oberkommando. Verhältnismäßige Eigenständigkeit hatten nur die hessischen Jäger, welche bei Landungen und der Sicherung der Hauptarmee, sowie im Kleinkrieg ihren eigenen Offizieren unterstellt waren.

Bereits kurz nach Inkrafttreten des Vertrages wurden die ersten Regimenter in Marsch gesetzt, zu Fuß nach Karlshafen und von dort auf Weserkähnen nach Bremerlehe. Dort wurden die Truppen von englischen Offizieren begutachtet und der englische Oberst Faucitt schreibt in seinem Bericht: Die mit guten Büchsen bewaffneten Jäger sind kräftige und schöne Leute und von Jugend an gelernte Schützen. Das Grenadierbataillon von Linsingen ist ein prachtvolles Korps, ein herrlicher Menschenschlag. Die Mannschaften stehen sämtliche noch in ihrer ersten Jugend und besten Kraft. In diesem Bataillon waren auch die Eschweger Grenadiere integriert. Auch die anderen Regimenter sind gleichfalls ausgezeichnet und für jede Art Dienst geeignet, es ist schwer zu sagen welches das Beste ist. Daraufhin wurden die Truppen auf Lastensegelschiffe verladen und in Portsmouth in England wurde noch einmal Verpflegung und Wasser gefasst, auch gingen hier noch englische Soldaten mit an Bord.. Am 19. April 1776 wurde die 1. hessische Division mit 8647 Mann in Bremerlehe eingeschifft und erreichte New York am 17. Oktober 1776, das sind über 4 Monate auf hoher See. Während der Überfahrt gab es keinerlei Informationen was die Soldaten in Amerika erwartete, es kursierten Gerüchte die Amerikaner sind alles Wilde und Menschenfresser, auch gelänge es nur ganz wenigen Menschen in Amerika an Land zu gelangen. Die Soldaten bekamen ihr Essen an Bord in Gruppen von je 6 Mann zugeteilt. Die Offiziere mussten sich selbst verpflegen und auch selbst für ihren Vorrat sorgen. Auch durften die Offiziere ihre Frauen mitnehmen, aber auch Korporäle und Sergeanten machten von diesem Recht gebrauch. Dazu kamen dann auch noch die Marketenderinnen.. Es wird berichtet, dass auf einem Schiff in einer Woche 3 Kinder geboren wurden. Wegen der schlechten Belüftung in den unteren Decks der Warentransporter herrschte Atemnot und viele litten unter der Seekrankheit. Von einem Sturm auf See berichtet ein Offizier: Die vorige Nacht war noch trauriger als wir uns vorgestellt hatten, die Wellen tobten mit solcher Gewalt, dass wir jeden Augenblick fürchten mußten verschlungen zu werden. In einem Augenblick wurden wir auf den höchsten Gipfel geschleudert und dann mit der gleichen Geschwindigkeit in den tiefsten Abgrund gestürzt. Durch diese außergewöhnlichen Bewegungen brachen Tische, Stühle, Koffer und andere Möbel welche durch starke Taue befestigt waren los und wurden von der einen Ecke des Raumes in die andere geworfen. Das abscheuliche Getöse welches hierdurch verursacht wurde vermehrte unsere Schrecken und trieb uns alle aus den Betten. Kaum war dies geschehen als Wellenberge auf Wellenberge über uns zusammen schlugen. Bei gutem Wetter wurde soweit als möglich der Dienstbetrieb aufrecht erhalten, auch wurden unterwegs zur Aufbesserung der Verpflegung Fische gefangen, denn die Verpflegung wurde mit der Reisedauer allmählich knapp.. Der Zwieback war naß und geschimmelt, statt Butter gab es nur noch Baumöl, im Brot waren Würmer und das Fleisch war stinkend und sauer. Dazu kam noch die riesige Anzahl an Ratten die selbst an den Kleidern, Zelten und Patronentaschen nagten und sogar die Wasserfässer anfraßen. Das schlimmste aber war der Durst, gab es am Anfang noch Dünnbier zu trinken, so gab es schon nach 6 Wochen nur noch Wasser zu trinken, welches schon in Fäulnis übergegangen war und stank. Durch die schlechte Ernährung wurden immer mehr Soldaten krank, Skorbut, Hautausschlag und andere Mangelkrankheiten nahmen überhand und dann endlich „Land in Sicht“. Ein hessischer Quartiermeister schrieb beim Anblick der amerikanischen Küste: Ob Columbus bei dem ersten Anblick der neuen Welt über seine gemachte Entdeckung größere Freude haben konnte als wir, daran ist sehr zu zweifeln. Die Verluste auf der Überfahrt waren aber trotzdem sehr gering. Die erste Division mit 8647 Mann verlor auf der Überfahrt gerade einmal 12 Mann. Die zweite Division mit3056 Mann verlor ebenfalls 12 Mann, war aber drei Wochen länger auf See. Die Disziplin der Soldaten wurde zum Ende der Überfahrt auf eine harte Probe gestellt, blieb aber in annehmbaren Grenzen. Auch in den Winterquartieren hielten sich die Übergriffe in verträglichen Grenzen, während die englische Heeresführung einige Male hart durchgreifen musste. Während der Kampfhandlungen  aber wurde auch gebrandschatzt und geplündert, nach der Devise: „Der Krieg hat den Krieg zu ernähren.“ Die von der langen Seereise entkräfteten Soldaten brauchten nach der Landung einige Zeit  um wieder einsatzfähig zu werden. Auch wurden viele noch krank, als sie nach der Landung rohe Kräuter und unreifes Obst aßen. Auch die ungewohnten klimatischen Bedingungen machten den Soldaten zu schaffen. Die Sommerhitze an der Ostküste wurde von den Soldaten mehr gefürchtet als die amerikanischen Gegner. Die in Kanada stationierten Verbände mussten unter der großen Kälte und den Schneemassen bis zu 5 Monate im Winterquartier aushalten und waren zudem nicht für dieses Klima eingekleidet. Die Schuhe lösten sich in Wohlgefallen auf und viele Soldaten marschierten auf den schier endlosen Srecken in Fußlappen. Ähnlich erging es den Uniformen, das grobe hessische Tuch zerfiel bei der hohen Luftfeuchtigkeit und der großen Hitze. Die großen Temperaturschwankungen führten zu Ruhr - Epidemien und bei den gewaltigen Märschen die bewältigt werden mussten fielen viele Soldaten vor Erschöpfung um und blieben am Rande der Marschstrecke liegen. Wenn sie Glück hatten wurden sie von den nachfolgenden Feinden gefangen genommen und gesund gepflegt. Nach der verlorenen Schlacht von York Town schreibt Hauptmann Ewald: über die Zustände während der Gefangenschaft. „Unsere armen Verwundeten und Kranken lagen ohne Arznei und Lebensmittel in solch erbärmlichen Umständen, dass das härteste Herz bewegt werden musste. Die Lebensmittel bestanden aus stinkenden, gesalzenem Fleisch oder von Würmern zerfressenem Zwieback. Diese Unglücklichen starben wie die Fliegen und die abgeschnittenen Arme und Beine lagen in allen Winkeln umher und wurden von den Hunden gefressen.“ Dies lag aber zum größten Teil an den Versorgungsschwierigkeiten der amerikanischen Armee, die kaum für sich genügend Proviant hatte und von den Vorräten der verbündeten Franzosen  lebten, da blieb für die Gefangenen und verwundeten Gegner nicht mehr viel übrig. Für die Verpflegung der englisch/ hessischen Truppen in Amerika war das englische Oberkommando verantwortlich. Mannschaften bis zum Feldwebel wurden nach festen Sätzen verpflegt, die Offiziere mußten sich selbst versorgen. Die Verpflegungskosten wurden dem hessischen Landgrafen von der englischen Krone angerechnet, so daß in Wirklichkeit der Landgraf die Verpflegung seiner Truppen bezahlte. Während der Kampfhandlungen kam der Nachschub vielmals nicht mit und es musste Vieh geschlachtet werden und „ Türkischer Weizen“ (Maiskolben) gegessen werden. Während des Vormarsches auf Philadelphia im Sommer 1777 führte die englische Armee 276 Wagen mit Rum, Mehl und Salzfleisch im Trail mit. An Schlachtvieh zu frischem Fleisch fehlte es nicht, hingegen war an Rum ein gänzlicher Mangel und da in der damaligen großen Hitze das Trinken unvermeidbar war, so dass die Leute während des Marsches über die mit stinkenden Wasser und giftigem Ungeziefer angefüllten Gräben herfielen um zu trinken und sich allem Verbots ungeachtet lieber halbtot prügeln ließen, so konnte es nicht fehlen, dass Viele, sowohl Offiziere als auch Unteroffiziere und Gemeine aufs neue mit bösartigen Krankheiten überfallen wurden und auf den Wagen dem Korps nachgefahren wurden.

Doch zurück in das Jahr 1775!  Englische Truppen erstürmen den von amerikanischen Truppen besetzten Bunker Hill. Die Amerikaner werden geschlagen und müssen sich zurückziehen, die Engländer aber setzen nicht nach, so daß sich die Amerikaner wieder sammeln können. Am 12. August 1776 landet eine Flotte von englischen und hessischen Grenadieren in New York. Am 27.August werden die Amerikaner bei Flathbush vernichtend geschlagen. Neben den hessischen Truppen kämpfen auch noch Einheiten aus Braunschweig, Hessen --Nassau, Ansbach - Bayreuth, Waldeck und Anhalt - Zerbst auf der Seite der Engländer. Auf der amerikanischen Seite bestand die Armee aus den Milizen unter denen viele deutschstämmige Siedler waren und nach dem Kriegseintritt Frankreichs auch das deutsche Regiment Zweibrücken. Die insgesamt fast 20.000 Mann aus Hessen Kassel waren an fast allen Kriegshandlungen beteiligt.

Am 18. Oktober 1776 landet die 2. hessische Division unter Generalleutnant v. Knyphausen in New York. Am 16. November wird das Fort Washington erstürmt. Die „ Hessians“ wie die hessischen Soldaten genannt wurden waren gut ausgebildet und deshalb überall gefürchtet. Schon von weitem konnte man sie am Klang ihrer Marschtrommeln erkennen. Am 7. Dezember 1776 bezieht die hessische Brigade von Oberst Rall ihr Winterquartier bei Trenton am Delaware. Nach der Devise „Der Krieg findet nur im Sommer statt,“ richtet man sich häuslich ein und feiert fröhlich Weihnachten. Da setzt in der Nacht vom 25. auf 26. Dezember der amerikanische General Washington mit Booten über den eisführenden Delaware und überrascht die Hessen beim Weihnachtsfeiern. Die Brigade Rall muss sich ergeben und kommt in Gefangenschaft. Die hessischen Truppen ziehen sich daraufhin nach New Brunswich und New Jersey zurück. General Washington war seit Juni 1776 Oberbefehlshaber der ca. 8.000 Mann starken amerikanischen Armee. Während des Winters 1776/77 holte er den preußischen Baron Friedrich Wilhelm von Steuben nach Amerika, welcher aus den Siedlern, Trappern und Fallenstellern eine schlagkräftige Armee formt. Daraufhin tritt auch Frankreich auf amerikanischer Seite in den Krieg ein. Am23. August 1777 landet eine englisch/hessische Armee auf Turkey Bay in Maryland, am 11 September wird eine amerikanische Armee am Brandewin Creek verlustreich geschlagen. Am 27. September wird Philadelphia eingenommen, während die hessischen Jäger die Front im Norden verteidigen und am 4. Oktober findet die siegreiche Schlacht bei German Town statt. Doch dann wendet sich das Kriegsglück der Truppen unter englischer Führung. Von Quebec in Kanada und von New York aus werden zeitgleich Truppen in Marsch gesetzt um die Kolonien zu teilen, das Vorhaben scheitert allerdings an mangelhafter Information, denn die englischen Befehlshaber saßen in London im Tower und das hat gedauert. Am 19. September 1777 findet die Schlacht bei Freemanns statt, die Engländer müssen sich zurückziehen und am 17. Oktober kapitulieren. General Washington feiert indessen den Kriegseintritt Frankreichs mit einer Parade der von Baron von Steuben gedrillten Truppe. Die französische Flotte bedroht nun die englischen Nachschubwege nach New York und die Englisch/hessische Armee muss sich von Philadelphia, wo sie im Winter noch rauschende Feste gefeiert hatte, über New Jersey nach New York zurückziehen. Nach verlustreichem Marsch durch die glühende Hitze und ständiger Gefechte mit amerikanischen Einheiten, am 6. Juni Ankunft in Jork Island.. Am 29. Dezember 1778 wird Shavanha durch englisch/ hessische Truppen erobert, Ab 1. April 1779 wird die Stadt Charlestown belagert und am 11. Mai 1779 muß die amerikanische Besatzung unter General Lincoln kapitulieren. 6.000 Amerikaner gehen in Gefangenschaft. In Campden in Süd Carolina und bei Guildfort House sind die englisch/hessischen Truppen noch siegreich, aber das war es dann auch. Am 21. März 1781 müssen Truppen aus Charlestown zur Verstärkung von New York abgezogen werden, dort steht eine 6.000 Mann starke französische Armee. Außerdem operiert die französische Flotte vor New York und schlägt sich mit der englischen Flotte herum. Am 1.August wird die Hauptmacht der englisch/hessischen Armee nach York Town verlegt, welches von amerikanisch/ französischen Truppen belagert wird.. Am 5. August 1781 verlegt Frankreich weitere 4.000 Mann von Haiti nach New York und am 24. August rückt die amerikanisch / französische Armee nach York Town vor. Am 30- August riegelt eine französische Flotte York Town ab und am 11 September geht eine 2. französische Flotte mit Belagerungs-Artillerie an Bord vor York Town vor Anker. Die herbeigeeilte englische Entsatzflotte erleidet eine schwere Niederlage. Am 30. September 1781 wird York Town durch 15.000 amerikanisch / französische Soldaten gestürmt, nachdem es von der  Schiffsartillerie sturmreif geschossen worden war. Die englisch / hessischen Truppen müssen kapitulieren, von den ehemals 7.000 Mann Besatzung lebten noch 3.200, von denen aber nur noch zirka 1.000 kampffähig waren. Nach der Kapitulation von York Town fanden im ganzen Land keine größeren Kampfhandlungen mehr statt. Die englisch / hessischen Truppen verteidigen nur noch ihre Stützpunkte in New York, Savanha und Charleston, wobei Savanha und Charleston Anfang 1783 auch geräumt wurden.. Bereits am 30. November 1782 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, ein endgültiger Friedensvertrag wird am 3. September 1783 in Paris unterzeichnet. Im Friedensvertrag von Paris erkannte England die Unabhängigkeit der ehemals britischen Kolonien in Amerika an. England verzichtete auf alle Gebiete bis zum Mississippi River. Die Vereinigten Staaten von Amerika dehnten ihre Nordgrenze bis zu den großen Seen aus. Florida fiel wieder an Spanien zurück. Am 13. August 1783 verlassen die ersten hessischen Regimenter Amerika  Richtung Europa. Die letzten hessischen Einheiten werden am 25. November 1783 in New York eingeschifft, überwinterten dann in England und kehren erst am 20. April 1784 nach Bremerlehe zurück. Von den 12.000 Soldaten welche 1776 nach Amerika verschifft wurden , sowie den rund 8.000 Nachgeschobenen, gesamt ca. 20.000, der Landgraf hatte sich verpflichtet gefallene, verwundete und desertierte Soldaten durch Nachschub aus der Heimat zu ersetzen, kamen nur rund die Hälfte wieder zurück in die Heimat. Bereits zu Beginn des Krieges hatten die Amerikaner Flugblätter unter den hessischen Soldaten verteilt und versprachen jeden Deserteur die amerikanische Staatsbürgerschaft, sowie Land zum siedeln. Jedem gemeinen Soldaten wurden 100 Acker Land versprochen, einem Fähnrich 200 Acker, einem  Leutnant 300 Acker, einem Capitän 400 Acker, einem Mayor 600 Acker, einem Oberst-Leutnant 800 Acker, sowie einem Obersten 1000 Acker Land.. Wie viele Soldaten genau in die Heimat zurückgekehrt sind  ist nicht festgehalten worden. Es existieren Listen wonach:

4626 Mann verstorben sind

 375  Mann gefallen sind

2949 Mann desertiert sind

 914 aus der Armee entlassen worden sind

8846 Mann gesamt.

Diese Listen werden aber angezweifelt, da nicht bekannt ist, wie viele der 8029 in amerikanische Gefangenschaft Geratenen Soldaten zurückgekehrt sind.

Von Bremerlehe aus marschierten  die Einheiten zurück nach Hessen – Kassel in ihre Garnisonen. Nach einer Parade vor dem Landgrafen in Kassel wurden die Soldaten dann in die Heimat entlassen. Es gab ein Entlassungsgeld und den Uniformrock  als Dank des Vaterlandes. Der Landgraf aber hatte seine Kriegskasse bestens aufgefüllt. Für die Zeit von 1776 bis 1784 hat der Landgraf 21. 276 000 Taler von England erhalten, die Ausgaben beliefen sich auf ca. 19.000.000 Taler. Von den 21 Ulfener Grenadieren kehrte nur Georg Baumgart nicht in die Heimat zurück. Er hatte von dem Angebot der Amerikaner Gebrauch gemacht und war desertiert. Ein Neffe von ihm ist ihm 50 Jahre später gefolgt und ist nach Amerika ausgewandert.

Auch von Blankenbach waren 11 Mann mit in Amerika, Ihre Namen sind:

Schade Kurt, Hergard Christoph, Lorey Balthasar, König Kaspar, Maintz Conrad, Eckardt Henrich, Krapp Johannes, Schmidt Heinrich, Schwarz? , Wetterau Heinrich und Wetterau Ludwig, dieser ist in Amerika von seiner Einheit desertiert, von den Amerikanern gefangen genommen und beim Gefangenenaustausch wieder zu seiner Einheit zurückgekommen.. Von Wölfterode waren 3 Mann mit in Amerika: Kohrock Henrich, Vockenberg Jakob und Lohmann Georg.

Beitrag von Eduard Michael