Die Soldatengräber neben der Kirche in Ulfen.

Direkt neben der Kirche in Ulfen befinden sich 5 Soldatengräber aus dem 2. Weltkrieg in guter Nachbarschaft zu dem Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem 1. ( 1914 – 1918 ) und dem 2. ( 1939 – 1945 ) Weltkrieg. Leider geben die steinernen Kreuze der Soldatengräber keine Auskunft, außer den Namen, wer diese Soldaten waren und woher sie kamen. Darum will ich hier eine kleine Übersicht darüber geben.

Im 1. Grab hat Karl Siebert seine letzte Ruhestätte gefunden. Er war am           6. September 1928 in Ulfen geboren und war als 18 Jähriger im Reichsarbeitsdienst eingesetzt. Im April 1945 beim Einmarsch der amerikanischen Truppen wurde er nur wenige Kilometer von seiner Heimat Ulfen entfernt bei Ersrode, hinter Rotenburg erschossen. Seine Eltern haben ihn nach Beendigung der Kampfhandlungen mit einem Pferdegespann nach Ulfen heimgeholt, so daß er hier begraben werden konnte.

Das 2. Grab beherbergt einen unbekannten Deutschen Jagdflieger, welcher bei einem Luftkampf rund um den Galgenberg bei Ulfen von amerikanischen Jägern abgeschossen wurde. Das Flugzeug stürzte brennend auf dem Osterrath unterhalb des Ottilienberges ab. Der Pilot konnte sich nicht mehr befreien und verbrannte in seinem Flugzeug. Seine Identität konnte leider bis heute nicht festgestellt werden, da bei ihm keine Erkennungsmarke gefunden wurde.

Pfarrer Hilmes hat im Totenbuch von Ulfen die Nummer des Flugzeuges aufgeschrieben.  Flugzeug Nr. 564 104  in grün    521

                                                                in weiß   3041

                                                                in blau    731 K

Im 3. Grab ist der Obergefreite  Ewald Flügel begraben. Er war Fabrikarbeiter und wurde am 13. Februar 1904 in Liederitz im Kreis Jericho 1 geboren. Laut vorgefundener Heiratsurkunde hatte er erst am 11 Juni 1944 seine Frau Valeska, Martha, geborene Fischer geheiratet. Am 2. April 1945, einen Tag nach dem Einmarsch der Amerikaner,  wurde er am Riedrath von, das Dorf besetzt haltenden, amerikanischen Soldaten erschossen.

Der Soldat Ernst Dietrich hat im 4. Grab seine letzte Ruhestätte gefunden.

Er war wohnhaft in Berlin S.O. 36 in der Lausitzer Straße51. Geboren war er am 12. August 1914 in Pappendorf Nr. 17. Er wurde bei dem Versuch das Dorf zu umgehen, am Sontraer Weg, nahe der Kemenade, von im Dorf stationierten Amerikanern erschossen. Er wurde am 5. April 1945 beerdigt.

Bereits am 14. September 1944 wurde im 5. Grab der Gefreite Emil Hein beerdigt. Er stürzte nach einem Angriff auf amerikanisch / englische Bomberverbände nach einem Luftkampf mit feindlichen Jägern in der Gemarkung Ulfen ab. Er konnte noch aus dem Flugzeug aussteigen, jedoch öffnete sich sein Fallschirm nicht mehr rechtzeitig, so daß er oberhalb von Ulfen in der Hessel mit hoher Geschwindigkeit auf der Erde aufschlug und so zu Tode kam.. Er war am 25. September 1923 in Bornhöved über Neumünster geboren.

Ebenfalls an diesem Ehrenplatz neben der Kirche wurden am 29. September 1944 vier amerikanische Flieger beerdigt, deren Flugzeug, ein schwerer Bomber, bei einem Luftkampf am 27. 9 1944 in der Gemarkung Ulfen von deutschen Jägern abgeschossen wurden. Auch sie konnten ihr brennendes Flugzeug nicht mehr verlassen und stürzten „an der Holzhecke, im Hermerode ab und fanden den Tod. Ihre Namen sind:        

                                     Edward a. Globus

                                     AB. Geo. B. Linkletter

                                     Donald K. Harsan

                                     Harold M. Mercier

 

Diese amerikanischen Flieger wurden am 21. Juni 1945 von  Soldaten der amerikanischen Armee exhumiert und nach Amerika überführt.

                                                

Eduard Michael im Januar 2012