Die Schule in Ulfen

 

Ulfen hatte wohl eine der ersten Schulen in Ober- und Niederhessen, denn bereits um 1300 wird die Existenz einer Lateinschule erwähnt. Die Lehrer trugen den Titel „Magister“, weshalb auch von einer Magisterschule geschrieben wird. Als Lehrer unterrichteten die Pfarrer von Ulfen die Söhne der adligen Herren, der Pächter auf den Meiereien, der Zöllner, sowie der Pfarrer der näheren und weiteren Umgebung, um sie auf das Studium vorzubereiten. Noch im Jahr 1600 trug der Pfarrer von Ulfen, Christian Kröschel welcher von 1587 - 1623 in Ulfen tätig war, den Titel Magister und ist auch auf der ältesten Glocke als solcher aufgeführt.

Neben dieser Lateinschule, welche sich im Küsterhaus unterhalb der Kirche befand, gab es  seit 1556 auch eine Winter-Knabenschule, welche im Hause Simon am Kreuzborn  untergebracht war. Noch heute heißt dieser Hof die „Ald School“. Hier wurden die Söhne der Ulfer Bauern und Handwerker während der Wintermonate im Lesen, Rechnen und Schreiben unterrichtet.

 

Als der Landgraf Moritz von Hessen nach 1600 in ganz Ober- und Niederhessen die Dorf-Volksschulen begründete, wurde auch in Ulfen eine ordentliche Schulstelle eingerichtet, welche auch gleichzeitig mit dem Opfermannsdienst der Kirche verbunden war. In Wölfterode war der Schulmeister von Ulfen im Jahre 1635 als Gehilfe des Pfarrers tätig, wo er die Kinder auf die Konfirmation vorbereitete. So mußte er die Kinderlehre, sonderlich in den Fasten, alle Sonntag, und in der Wochen dreimal halten. Dafür erhielt er jährlich 1 Gulden aus der Kirche von Wölfterode. Die Schule in Ulfen war eine Winterschule und wurde nur von den Knaben des Dorfes besucht. Die Eltern konnten im Sommer nicht auf die Mitarbeit der Jungen in Feld und Stall, sowie zum Hüten des Viehs verzichten, da nach dem dreißigjährigen Krieg große Armut im Dorf herrschte. Im Winter mußten die Jungen auch das Brennholz, die sogenannten Schulklipper, zum Heizen des Schulraumes mitbringen. Nach Auflösung der Lateinschule wohnten und unterrichteten die Schulmeister in der Küsterei bei der Kirche, wo sie auch Scheune und Stallung zur Verfügung hatten. Neben dem Schuldienst betrieben die Lehrer auch eine kleine Landwirtschaft. Auch versah der erste Lehrer der Schule noch bis 1960 den Organisten Dienst. Über die Besoldung der Lehrer liegt eine Auflistung von 1635 vor, darin heißt es.

Er hat ein Hauß und ein gemein Theil, 5 Malter Korn, 1 Umbgang Brot, 3 Acker Land, 3 Acker Wiesen, das Gras aufn Friedhof, 1 Thaler von der Uhr zu stellen, 3 Dreyer vom Opfergeld, 8 Albus vom Kastenmeister zu Baumöl und Schmieren der Glocken und Uhr, 1 Thaler von seiner Mühe gegen Wölfterode aus der Kirche daselbst, sowie 4 Groschen von jedem Schüler den Winter über als Schulgebühr.

Erst im Jahre 1898 wurde in Ulfen eine neue Schule im Attich gebaut, sodaß von nun an auch ein zweiter Lehrer angestellt wurde. Das 1. bis 4. Schuljahr wurde nun in der neuen Schule unterrichtet, während das 5. bis 8. Schuljahr weiter in die alte Schule ging. Dieser Schulsaal, in dem bis 1954 unterrichtet wurde ist noch original erhalten.

1954 konnte dann die neue vierklassige Schule im Attich eingeweiht werden, wo bis 1968 die Kinder aus Ulfen vom 1. bis zum 8. Schuljahr unterrichtet wurden. Im Zuge der Schulreform wurde die Schule der Zuständigkeit der Landkreise unterstellt und in Ulfen eine Grundstufen- Mittelpunktschule für das Ulfetal, für die Schuljahre 1 - 4 aus den Gemeinden Ulfen, Wölfterode, Blankenbach, Breitau und Krauthausen, eingerichtet.

Abschließend eine Auflistung der Lehrer, welche seit über 400 Jahren an der Schule in Ulfen gewirkt haben:

1582 verstarb Jakob Wicke, Schulmeister zu Ulfen,

vor 1643 - 1656 Andreas Winter,

1656 - 1684  Johann Jakob Witzel,

1684 - 1719  Johann George Mans,

1720 - 1751  Johann Peter Mans,

1751 - 1784  Johann Henrich Schreiber,

1784 - 1824  Johann Christian Simon,

1824 - 1848  Friedrich Müller,

1848 - 1881  Johann Heinrich Bachmann,

1881 - 1895  Johann Heinrich Blackert,

1895 - 1898  David Küllmer,

1898 - 1905  Karl Zeller,

1899 - 1905  Friedrich Kalk,

1905 - 1949  Heinrich Rehm,

1905 - 1911              Schüler,

1911 - 1914              Schulz,

1916 - 1923  Fritz Wagner,

1924 - 1937  Hans Ehl,

1938 - 1947  Paul Zeiß,

1945 - 1946  Hans Schubert,

1946 - 1947  Otto Kratzenberg,

1946 - 1979  Heinrich Reuter,

1946 - 1953  Gertrud Wittek,

1948 - 1953  Erich Schuchardt,

1952 - 1953  Charlotte Tröder,

1953 - 1958  Karl Träger,

1958 - 1963  Willi Höll,

1962 - 1964  Renate Kanstein,

1964 - 1966  Gudrun Bredenbröcker,

1965 - 1967  Lothar Gewehr,

1968 - 1968  Horst Ermert,

1968 - 1969  Angelika Reinhardt,

1969 - 1971  Cordula Mooshake,

1970 - 1971  Lothar Gewehr,

1970 - 1984  Adam Rechziegler,

1971 - 1977  Ursula Krause,

1971 - 1974  Gerhard Peter,

1977 - 1980  Werner Pfaffenbach,

1978 - 2008  Dagmar Schwatlo,

1979 - 1980  Jürgen Hertwig,

1980 -           Waltraud Gier/Bäck

1981 - 1988  Ottomar Hans Schneider

1985 - 1988  Gunhild Becker

1989 - 2000  Ute Klos,

1997 -           Susann Tomat,

        - 2007  Frau Schellhase

2008 - 2013  Dr. Malgorzata Sobecki

2008 - 2010  Frau Schiffer-Lenz

2009 -          Frau Reichardt

2010 - 2011  Herr Rode

2011 - 2012  Frau Kaminski

2012 -           Frau Patiz